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Freitag, 16. Oktober 2009

KHG - ein Simpel?

Wie wir alle wissen, ist der beste Finanzminister aller Zeiten zuletzt wieder einmal ein Opfer der schiefen Optik geworden und es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung. Leider glauben ihm ja viele nicht mehr und machen sich kaum Gedanken darüber, was eigentlich wäre, wenn KHG mit all den Affären in seinem näheren Umfeld wirklich nichts zu tun hätte. Herbert Lackner stellt sich daher im Leitartikel der aktuellen profil-Ausgabe (Nr. 42/09, S.15) jene Fragen, die sich im Falle eines tatsächlich supersauberen Gewissens aufdrängen müssten:

Was, freilich, wäre von einem solchen Mann zu halten? Von einem, der naiv in alle Fallen tappt, der ständig übertölpelt wird, dem jede Laus in den Pelz zu setzen ist, ohne dass er etwas merkt? Von einem, der nie nachfragt? Von einem Minister, in dessen Umgebung in Taschen gegriffen wird, ohne dass er den geringsten Verdacht schöpft? Von ­einem Entscheidungsträger, der solche Freunderln hat?

Wer würde einen Mann mit so miserabler Menschenkenntnis noch auf einen wichtigen Posten setzen wollen? Wer würde ihm Budgets anvertrauen, wenn man nicht sicher sein kann, dass sich falsche Freunde schamlos aus ihnen bedienen, ohne dass er Verdacht schöpft? Wenn Karl-Heinz Grasser ein Opfer ist, dann ist er eines von recht trauriger Gestalt. Er darf sich nicht wundern, wenn statt Mitleid allenthalben Schadenfreude aufkeimt.

So kann man den Strahlemann also auch sehen…


Meine liebe Krone, deren Schoßhündchen der fesche Finanzexperte immer war, hält ihm natürlich weiterhin die Stange. Obwohl üblicherweise schon allein das oft zitierte Wort „Unschuldsvermutung“ in diesem, bekanntlich immer roher und krimineller werdenden, Land Anlass genug gibt, wütende Leserbriefe zu schreiben, gilt diese auf jeden Fall für den armen Ex-Minister:

“Es gilt die Unschuldsvermutung", Leserbrief von Sigi Pilgram
“Schiefe Optik…", Leserbrief von Franz Köfel

Es hat schon einen sehr skurrilen Anstrich, wenn sich derartige Kapazunder in der Welt des freien Wortes gegen unseriöse Medienpraktiken und Vorverurteilungen auflehnen.
Das Wochenmagazin ist überhaupt ein Erzfeind der - an Feindbildern sehr reichen - Krone-Leserschaft, weil eben unseriös und ein Nest links-linker Schmierfinken, die in einer Scheinwelt leben. Man spart also nicht mit Seitenhieben auf diese „sensationsgeile“ aber „eher unbedeutende Wochenpostille“, dieses schmutzige „Hetzblatt“ und Franz Weinpolter reimt "dazu nur soviel: Ein Schmierfink hat halt kein Profil…"

Gleichzeitig vergisst man natürlich nicht, die herausragende Qualität, Volksnähe und menschliche Größe der eigenen Zeitung und vor allem die ihrer mutigen, Briefe schreibenden Leser zu betonen:

“Fast 3 Millionen Krone-Leser!", Leserbrief von Franz Weinpolter.
“Herzlichen Dank!", Leserbrief von Stephan Pestitschek.
“Dank an die Medien!", Leserbrief von Ing. Hans Peter Jank.

„Leserbriefe sollen in eine fruchtbare Diskussion münden, sie dürfen zum Nachdenken anregen, und sie können, mit viel Optimismus, den Weg zum ehrlichen, unverdächtigen sozial- und gesellschaftspolitischen demokratischen Denken abkürzen!“
– ...diejenigen, denen da nicht neben dem Lachen das Kotzen kommt, müssen wohl selbst zu dieser urösterreichischen, drei Millionen Mitglieder zählenden Sekte gehören. tw

Montag, 31. August 2009

In Memoriam

 

Glühbirne 100W (~1880 – 31. August 2009)

Donnerstag, 2. Juli 2009

Böse, böse Donauinsel!

Der von mir gecastete Hauptdarsteller dieser Plattform, Stephan „Pesterl“ Pestitschek, weiß natürlich auch die erschreckende Wahrheit über das größte Freiluft-Festival Europas und zieht erbost Bilanz:

Zeit der Bilanz. . .

Das Donauinselfest ist beendet. Manche feiern seinen angeblichen künstlerischen Erfolg, andere vom Gastronomen bis zum Dealer freuen sich über Rekordumsätze. Ganz besonders über das Ende der Veranstaltung freuen sich die Tausenden Anrainer, die wegen des Lärms seit Tagen nicht schlafen konnten, obwohl viele von ihnen durch die ständigen lauten und übel rauchenden Grillfeste von Zuwanderern einiges gewohnt sind. Die Umwelt freut sich, dass Tausende Tonnen Dosen, Flaschen, Zigarettenreste und Müll jeder Art entfernt werdedn. Das Hochwasser sorgt dafür, dass die Tausenden Liter Urin verdünnt und Richtung Schwarzes Meer abtransportiert werden. Wie üblich wird über Zwischenfälle, Raufereien, Überfälle, Diebstähle usw. nicht berichtet bzw. nur lapidar über ein paar unbedeutende kleine Zwischenfälle gesprochen. Die Anzahl der Rettungseinsätze kratzt üblicherweise an der Tausendergrenze und hängt stark von der politischen Ausrichtung des Berichterstatters ab. Von der klassischen megacoolen Alkoholvergiftung über Drogendelikte jeder Art bis zu den verschiedensten Körperverletzungen die Einsätze sind vielfältig. Bei all dem Spektakel und freiem Eintritt fragt man sich, wer bezahlt das alles? Hunderte Polizisten, Ordner, Sanitäter, Straßenkehrer, Gärtner usw. sind für das Fest tätig. Die Künstler treten wohl auch nicht gratis auf, alleine das Herankarren des Equipments kostet ein Vermögen. Das Aufstellen der Bühnen, die Stromversorgung usw., nichts ist gratis. So viel an Standgebühren kann keiner der Standler bezahlen, um die Kosten einigermaßen hereinzubekommen. Der Veranstalter ist laut Kurier die SPÖ-Wien daher hat der Steuerzahler das Recht zu erfahren, wie viel er für das Parteifest zuschießen darf.


Stephan Pestitschek, Strasshof
erschienen am Mi, 1.7.

http://www.krone.at/krone/S99/object_id__151137/hxcms/index.html



Überraschenderweise vergaß Pesterl neben dem obligatorischen Seitenhieb auf verhaltensauffällige Zuwanderer zu erwähnen, dass bei diesem insularen Gipfel der Unanständigkeit etwa 1 Million Kebabs verkauft werden und auch sehr viele ausländische „Künstler“ zur allgemeinen Lärmbelästigung beitragen.

Weiterführende (Krone-) Literatur zum Thema Donauinsel:

http://www.krone.at/krone/S99/object_id__150545/hxcms/index.html
http://www.krone.at/krone/S99/object_id__150768/hxcms/index.html




Das in Pesterls vorgestriger Weltanschauung integrierte Frauenbild erregte übrigens kürzlich den Unmut einer Krone-Leserin und veranlasste diese auch zu einem Leserbrief, dessen sarkastische Formulierung sogar den ehrenwerten Herrn Strudl vor Neid erblassen lassen könnte:

“Karrieresucht...", Leserbrief von Paula Hofer


Bei Diktatur-EU, kriminellen Scheinasylanten, und plötzlich urleiwanden Prölls ist sich die große Krone-Gemeinde aber nach wie vor einig.
tw

Freitag, 5. Juni 2009

Der blaue Planet

Für den Fall, dass ihr schon zu alt seid, um vom HC persönlich Post zu bekommen, und glaubt, grindiger als Plakatreime, öffentliche Kreuzzüge und der neue HC Rap, geht es wirklich nicht:

HC, der bekanntlich verstärkte politische Bildung in Schulen ablehnt, weil er dahinter die eindeutige Absicht der Linken erkennt, die Gehirne der unschuldigen Schüler zu waschen und sie dazu zu bewegen, Rot oder Grün zu wählen, liefert mit einem Superhelden-Comic seinen eigenen Beitrag zur politischen Bildung der Jungwähler.

Bitte, bitte, lest euch das durch! – ist wirklich witzig:

Der blaue Planet

Ungereimtheit (natürlich nicht die einzige): Wieso dürfen auch das Zentralplanet-Schwein und sein fieser Totenkopfkollege rauchen, so wie praktisch alle BlauplanetArier und sogar der flotte Flugkäfer (außer HC und seine dralle Elfe)

Schmissig: Auf Seite 20 sieht man den liebenswerten Blaufuchs mit einem Schärpe tragenden Hund Mensur fechten, womit auch die treue Zielgruppe der Burschenschaften befriedigt wäre.

Frech: Ebenfalls auf Seite 20 bestellt HC tatsächlich drei Bier (…unter welche Kategorie fällt das jetzt?)

Ein Schelm, der Böses dabei denkt: Die SS-Runen auf Seite 36 sind natürlich rein zufällig und ungewollt.

Schade: Trotz der Anbiederung an die Kronen Zeitung auf Seite 21 (übrigens in durchaus logischem Zusammenhang sich aus der Erzählung ergebend und mit einem Schilling bezahlt) wird das von der wertvollen Zeitung nicht gewürdigt. Im Gegenteil, sie erdreistet sich gar folgenden Leserbrief in der Sonntagsausgabe zu veröffentlichen:

“EU-Wahlen Der blaue Planet (HC-Comic)", Leserbrief von Carina Waldner

Ich glaube bzw. hoffe, diese Jungwählerin steht nicht alleine da mit ihrer Meinung. Vielleicht geht dieser primitive Tölpel langsam wirklich zu weit, und wird womöglich immer weniger ernst genommen. Insofern wäre dieser Comic ein wertvoller Beitrag, der vielleicht doch so manchen die Augen öffnet, bevor sie blind HC wählen.
tw

Dienstag, 19. Mai 2009

3 Monate im Word-Rap

Opernball * Schlierenzauer * Kurzarbeit * Constantini * AUA * Bankgeheimnis * mehr Geld * Peter Alexanders Tochter * Ich bin ein Star * Krise * Sparen * Streik * Schüler * Lehrer * Baustellen * Hundekot * Google Streetview * EU Gipfel * Doping * Zilk der Spion * Wattestäbchen * Finanzgipfel * Niki List * Pisa-Boykott * Hans Krankl * Reiche schröpfen * 4:0 * Abruzzen * 4:4 * Helmut Frodl * Portugiesischer Wasserhund * des Schülers Fenstertage * Schweinegrippe * Panik * Pandemie * Dancing Stars * Einbrüche * Fritz Muliar * Hahn * CERN * Faymann * Lifeball

bz

Samstag, 14. Februar 2009

Junge Kärntner wählen anders...

Diese Woche ging wieder einmal der schon zur Tradition gewordene Protestsongcontest über die Bühne.
Ins Finale schaffte es diesmal auch eine Coverversion und man kann annehmen, dass The I Fratelli Ramoreo mit ihrer bissigen Interpretation eines Falco-Hits in Kärnten Auftrittsverbot haben:

http://fm4.orf.at/stories/1601202/ => Download “Young Romance”

Mein Favorit, die gut formulierte “Ode an die Jugendsubkultur“, landete leider nur im Mittelfeld.

tw

Sonntag, 25. Januar 2009

Schmissverständnisse

Wenn der Spitzenkandidat einer Partei Witze erzählt, die wohl weniger rassistisch motiviert sind aber eindeutig die Unzulänglichkeiten des Politikers offen legen, und die Partei ob ihrer schieren Hilflosigkeit zur Landtagswahl tatsächlich als „Die Freiheitlichen in Kärnten - Liste Jörg Haider, BZÖ“ antritt, dann ist das einfach nur mehr armselig und es erübrigt sich jeder weitere Kommentar.
Diese Partei ist nicht ernster zu nehmen als dieser Artikel. Hoffentlich sehen das endlich auch die Kärntner ein und beweisen uns das dann am 1.März.

Viel mehr regen mich hingegen die fortgesetzten Eskapaden der Mutterpartei auf. Es ist einfach nur widerlich, dass sich seit Jahren die fehlende Distanz zu verbrecherischen Ideologien nicht hindernd sondern eher förderlich für die Karriere innerhalb der Partei auswirkt. Die unsägliche Susanne Winter (die übrigens an der Bezeichnung „Neger“ auch nichts anstößig findet und deshalb unbeirrt daran festhält) wurde zuletzt gar von einem Gericht wegen Verhetzung und Herabwürdigung verurteilt; trotzdem holt sie die FPÖ in den Nationalrat.
Aber wieso sollte man sie oder beispielsweise Martin Graf und seine Mitarbeiter auch absägen, wenn in der Öffentlichkeit so umgegangen wird, wie es in Österreich nun mal der Fall ist. Klar entrüstet sich eine Mehrheit über derartige Aktivitäten, aber diese Leute erreicht die FPÖ ohnehin nicht. Die potentielle Wählerschaft fragt sich höchstens, warum diese Moralisten da schon wieder so einen Aufstand machen, schließlich kann man es meist mit Jugendsünden oder ähnlichen Verharmlosungen entschuldigen. Viele verstehen nicht, dass sich etwa die Grünen so darüber aufregen – als hätten wir keine anderen Probleme in Österreich (Krise, Kriminalität, => Ausländer).

Ich bin dagegen, ständig die Nazikeule zu schwingen, aber im Fall von Martin Graf scheint die Sache doch eindeutig genug, um zu sagen, dass solche Leute im Parlament nichts verloren haben. Ich glaube nicht, dass sich dieser Nazidreck durchsetzt und unsere Demokratie gefährden könnte und sicher haben wir auch andere Probleme in diesem Land aber ich will nicht, dass ein derartiges Gesindel an deren Lösung mitarbeitet.

Wie gesagt schreien die Grünen am lautesten, was sie in der rechteren Bevölkerungshälfte nur noch weiter diskreditiert, aber wo sind unsere Regierungsparteien, die den strammen Burschenschafter ja auch zum dritten Nationalratspräsidenten wählten? (Vor der Regierungsbildung, als man sich noch alle Möglichkeiten offen halten wollte). Ist eine Aufforderung zur Distanzierung, also eine Aufforderung zur verlogenen Heuchelei ernsthaft ein wirksames Mittel und macht alles gut?

Übrigens: Das Zentralorgan der Konservativen, die Kronen Zeitung, zeigt in dieser Angelegenheit genug Anstand und blendet diese Thematik weitgehend aus. Es wird zwar nicht verurteilt aber wenigstens bleiben auch einschlägige Stellungnahmen aus - bisher wurde erst ein freies Wort (der Forsthuber wird immer auffälliger) darüber veröffentlicht.

Außerdem:
Martin Graf wohnt nicht nur gern deutschnationalen Veranstaltungen bei, sondern frönt auch dem Fußball. Als Präsident des SC Hellas Kagran toleriert er freilich keine Kritik an seiner Person, was diese Geschichte beweist:

http://fm4.orf.at/stories/1600885/
http://derstandard.at/?url=/?id=1225358948554%26sap=2%26_pid=11142705

tw

Samstag, 24. Januar 2009

Faschingsscherz der Krone?

Villacher Fasching

Das freie Wort

Obwohl in Kärnten am 11.Oktober 2008 die Sonne vom Himmel gefallen ist und das ganze Bundesland um seinen Landeshauptmann trauerte, ist drei Monate später davon nichts mehr zu spüren. Die Trauerfahnen werden durch Narrenhüte ersetzt. Ganz Kärnten bereitet sich auf einen sechswöchigen Sauf- und Spaßparcours unter dem verheißungsvollen Titel "Villacher Fasching" vor. Der Tod und die Trauer haben das Nachsehen, wenn es um Geschäfte geht. Da werden die wunderschönen Kärntner Lieder nicht mehr gesungen, sondern gegrölt.
Es ist eine Missachtung des größten Kärntner Politikers, der nicht nur Österreich stark geprägt hat, sondern wie seinerzeit Bruno Kreisky auch viele Freunde auf der ganzen Welt und im Fernen Osten hatte. Ich fordere das Kärntner Volk daher auf, den "Villacher Fasching 2009" aus Gründen der Pietät abzusagen.


Prof. Ernst Binder, Liste Gutmensch, Graz
erschienen am Mi, 14.1.


Ist das jetzt wirklich ein ernstzunehmender Leserbrief, der einen in dieser Zeitung auch nicht wundern sollte, ein bewusster Faschingsscherz der Krone oder ist die Leserbriefredaktion der beliebten Zeitung gar auf einen perfiden Scherz eines Gutmenschen reingefallen. Das lassen nämlich die wenig ernsthaft wirkende Formulierung und vor allem der seltsame Absenderzusatz "Liste Gutmensch" vermuten.
Wenn´s so wäre - Respekt Herr Binder, wirklich gelungen (...obwohl natürlich aus Gründen der Pietät auch äußerst verwerflich).

tw

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